Als Bill Joy den Vi-Editor an einem ADM-3A Terminal entwickelte, hatte dieses Terminal zwar keine Cursor-Keys, aber dafür besaß es eine Escape-Taste, die direkt neben dem Buchstaben “Q” angeordnet war. An dieser Stelle sitzt auf modernen Tastaturen die Tabulatortaste.
Jetzt – mehr als 30 Jahre später – nutzen wir in aller Regel weder einen Original Vi-Editor, noch verwenden wir ADM-3A Terminals. Ich selbst habe nie mit etwas anderem als mit Bram Moolenaars Vim-Editor gearbeitet, der seit Beginn der 90er Jahre kontinuierlich weiter entwickelt wurde. In der Bedienphilosophie unterscheidet sich der moderne Vim-Editor vom ursprünglichen Vi-Editor nicht grundlegend und die Bedeutung der Escape-Taste ist gleich geblieben.
Das führt mich nun zum Kernpunkt dieses Postings: Dem Vim-Neuling wird in nahezu jedem Tutorial beigebracht, dass man mit einem Druck auf die Escape-Taste den aktiven Modus verlässt und wieder in den normal mode zurück wechselt. Das ist zwar effektiv, aber die linke Hand muss dazu den sicheren Hafen der ASDF-Homerow verlassen, denn auch in Zeiten von drahtlosen Multimedia-Tastaturen, Netbook-Mäuseklavieren und wild geschwungenen Ergo-Keyboards haben alle Tastaturen eines gemeinsam: Die Escape-Taste befindet sich ganz links oben auf der Tastatur. Weit weg also. Quasi im Timbuktu des modernen Standard-Layouts für die uns gut bekannten QWERTZ oder QWERTY-Tastaturen.
Die Lösung für dieses “Effizienzproblem” lautet: Strg+C (vimdoc). Mit diese Tastenkombination kann man in den normal mode zurückkehren, ohne nach jeder Aktion die Finger der linken Hand an mindestens 2 Tastenreihen und der Schutzzone unterhalb der obersten Tastenreihe vorbei zur Escape-Taste strecken zu müssen.
:wq
Achso, halt. Einen hab ich noch. Ein schönes Interview mit Bill Joy, dem Erfinder des Vi-Editors himself.