Mehrere Dateien auf entfernten Servern mit vimdiff und SSH/SCP lokal vergleichen

Das Tool “vimdiff” ist eine schöne Sache, wenn es darum geht Textdateien miteinander zu vergleichen. Außerdem gibt es eine einfache Methode um zwei oder mehrere Dateien auf unterschiedlichen Servern, die per SSH erreichbar sein müssen, miteinander zu vergleichen.

Die Syntax auf der Kommandozeile sieht so aus:

$> vimdiff scp://server01//path/file.txt scp://server02//path/file.txt scp://server03//path/file.txt

Wer noch andere Wege kennt ähnliche Aufgaben zu erledigen, der ist herzlich eingeladen etwas in die Kommentare zu schreiben. Eventuell gibt es eine Möglichkeit mit SSH + STDOUT-Umleitung?

Brauche ich die Escape-Taste im Vim-Editor wirklich?

Als Bill Joy den Vi-Editor an einem ADM-3A Terminal entwickelte, hatte dieses Terminal zwar keine Cursor-Keys, aber dafür besaß es eine Escape-Taste, die direkt neben dem Buchstaben “Q” angeordnet war. An dieser Stelle sitzt auf modernen Tastaturen die Tabulatortaste.

Jetzt – mehr als 30 Jahre später – nutzen wir in aller Regel weder einen Original Vi-Editor, noch verwenden wir ADM-3A Terminals. Ich selbst habe nie mit etwas anderem als mit Bram Moolenaars Vim-Editor gearbeitet, der seit Beginn der 90er Jahre kontinuierlich weiter entwickelt wurde. In der Bedienphilosophie unterscheidet sich der moderne Vim-Editor vom ursprünglichen Vi-Editor nicht grundlegend und die Bedeutung der Escape-Taste ist gleich geblieben.

Das führt mich nun zum Kernpunkt dieses Postings: Dem Vim-Neuling wird in nahezu jedem Tutorial beigebracht, dass man mit einem Druck auf die Escape-Taste den aktiven Modus verlässt und wieder in den normal mode zurück wechselt. Das ist zwar effektiv, aber die linke Hand muss dazu den sicheren Hafen der ASDF-Homerow verlassen, denn auch in Zeiten von drahtlosen Multimedia-Tastaturen, Netbook-Mäuseklavieren und wild geschwungenen Ergo-Keyboards haben alle Tastaturen eines gemeinsam: Die Escape-Taste befindet sich ganz links oben auf der Tastatur. Weit weg also. Quasi im Timbuktu des modernen Standard-Layouts für die uns gut bekannten QWERTZ oder QWERTY-Tastaturen.

Die Lösung für dieses “Effizienzproblem” lautet: Strg+C (vimdoc). Mit diese Tastenkombination kann man in den normal mode zurückkehren, ohne nach jeder Aktion die Finger der linken Hand an mindestens 2 Tastenreihen und der Schutzzone unterhalb der obersten Tastenreihe vorbei zur Escape-Taste strecken zu müssen.

:wq

Achso, halt. Einen hab ich noch. Ein schönes Interview mit Bill Joy, dem Erfinder des Vi-Editors himself.

Schöner vervollständigen im Vim Text-Editor

Eines der wenigen Dinge die mich im Vim bisher gestört haben ist die seltsame Autovervollständigung. Ich bin ein visueller Mensch und habe z. B. eine stark aufgebohrte Statuszeile. Wenn der Vim mit der Option +wildmenu kompiliert wurde, steht eine schönere Autovervollständigung zur Verfügung, die (je nach Konfiguration) die Statuszeile für die Selektion der möglichen Komplettierungen verwendet. In der .vimrc kann sie mit

set wildmenu

eingeschaltet werden. Konfiguriert wird das Feature mit set wildmode. Ich habe bei mir folgendes eingestellt:

set wildmode=longest:full

In der Hilfe zum wildmode sind alle Konfigurationsmöglichkeiten erläutert und hier sollte jeder seine bevorzugte Einstellung finden. Die Hilfe ruft man Vim-typisch mit

:help wildmode

auf.

Aber das kennt ihr ja.