Der Markdown-Processor und die dazugehörige Syntax wurden von John Gruber und Aaron Swartz mit dem Ziel entworfen mit geringem Aufwand strukturierte Texte zu verfassen, und sie mit einer einfachen Konvertierungssoftware in w3c konformes (X)HTML zu verwandeln. Der daraus resultierende Quellcode lässt sich bequem in eine beliebige Webseite einfügen.
Die Syntax von Markdown kommt im Gegensatz zu HTML mit sehr wenigen zusätzlichen Zeichen im Text aus und lässt sich im Gegensatz zu Steuerzeichen in TeX oder Tags in HTML problemlos und intuitiv vom Leser erfassen.
Der Leser muss dazu nicht einmal Markdown kennen.
Der Vorteil, dass Textdateien mit jedem beliebigen Texteditor schnell und effektiv bearbeitet werden können, und gleichzeitig auch in ihrer Rohform noch gut lesbar sind, macht Markdown daher aus meiner Sicht zu einem hervorragenden Werkzeug für moderne Textarbeiter.
Ein kurzes Beispiel soll den Unterschied zwischen einem in Markdown-Syntax annotierten Text und seinem Equivalent in HTML – so wie es der Markdown-Processor MultiMarkdown aus dem annotierten Klartext erzeugt – verdeutlichen:
MARKDOWN
Einkaufsliste ============= Supermarkt ---------- * 1 Liter Milch * 6 Eier * Joghurt Gewürzhändler ------------- * Pfeffer * Salz Bäcker ------ * Frische Brezeln für das nächste [Search Meetup](http://searchmeetupfrankfurt.de/ "Search Meetup in Frankfurt") *Ganz* **wichtig** ist, dass die Milch noch bis kommende Woche haltbar ist.
HTML:
<h1 id="einkaufsliste">Einkaufsliste</h1> <h2 id="supermarkt">Supermarkt</h2> <ul> <li>1 Liter Milch</li> <li>6 Eier</li> <li>Joghurt</li> </ul> <h2 id="gewrzhndler">Gewürzhändler</h2> <ul> <li>Pfeffer</li> <li>Salz</li> </ul> <h2 id="bcker">Bäcker</h2> <ul> <li>Frische Brezeln für das nächste <a title="Search Meetup in Frankfurt" href="http://searchmeetupfrankfurt.de/">Search Meetup</a></li> </ul> <em>Ganz</em> <strong>wichtig</strong> ist, dass die Milch noch bis kommende Woche haltbar ist.
Wie man sehen kann ist der Markdown-Text nicht nur kürzer, sondern auch leichter lesbar als sein Equivalent in (X)HTML.
Ich persönlich schreibe diesen und andere Blogposts in Zukunft größtenteils in Markdown. Durch Weiterentwicklungen der Referenz-Implementation des Markdown-Prozessors lassen sich aus den Texten außerdem auch andere Formate wie z. B. LaTeX, OPML und ODF erzeugen. Daraus wiederum lassen sich mit wenig Aufwand Dateien in PDF, RTF und mehr Formaten erzeugen. Allein das freie Office-Paket LibreOffice bietet eine Vielzahl von Exportmöglichkeiten. So lassen sich über diesen Umweg beispielsweise auch Dateien für Microsoft Word erzeugen. Die bekannteste Alternative zum originalen Markdown-Prozessor ist mit Sicherheit MultiMarkdown. Wer ein wenig sucht, der findet aber noch mehr interessante Alternativen. Pandoc von John MacFarlane ist so eine Alternative (oder eine Ergänzung, ganz wie man es sieht). Es gibt außerdem auch einfache Web-Formulare, die den lokalen Markdown-Prozessor vollständig überflüssig machen. Der bekannteste ist mit Sicherheit Dingus, der von John Gruber selbst gehostet wird.
Markdown in Stichpunkten
- Über Textdateien ärgert man sich selten
- Wie oft hast du schon eine über Probleme mit der Formatierung in einem grafischen Wordprocessor geflucht? Eben.
- Ich kann per Copy&Paste Texte oder Abschnitte weitergeben, ohne mir dabei Gedanken zu machen ob der Empfänger die Datei problemlos öffnen kann
- Ich kann meine Texte einfach herunterschreiben, ohne mir Gedanken über die Formatierung zu machen
- Plain Text Dateien lassen sich hervorragend mit Standardwerkzeugen komprimieren und archivieren
- Ich kann Versionsverwaltungssysteme einsetzen um den Fortlauf meiner Arbeit zu dokumentieren oder mit anderen Menschen kollaborativ zusammen zu arbeiten
- Ich kann Linux-/UNIX-Kommandozeilenwerkzeuge nutzen um meine Texte effizient zu bearbeiten (grep, wc, sed, uvm.)
- Die Markdown-Syntax ist sehr einprägsam, minimalistisch und auf das Wesentliche reduziert
- Ich kann die durch einen Markdown-Processor generierten XHTML-Dateien mit Stylesheets optisch ansprechend gestalten oder mit XSL-Transformationen umformen
- Wer ein XSLT haben möchte, das ein Inhaltsverzeichnis an den Anfang einer mit Markdown erzeugten XHTML-Datei schreibt, der kann mir gerne schreiben
- Das Editieren, Korrekturlesen und Formatieren in HTML Formularfeldern von Blog- und CMS-Software macht keinen Spass
- Ich bin unabhängig von Betriebssystemen, Programmen und Software-Versionen
- Ich kann den Texteditor verwenden, der mir am besten gefällt. Egal ob Vim, Eclipse oder Windows Notepad
Ich kann also jedem der regelmäßig viel schreibt und diese Texte zuverlässig weiterverarbeiten möchte empfehlen sich Markdown einmal anzusehen.
Links zu Markdown
Die Projektseite zu Markdown samt Referenz findet man bei John Gruber auf daringfireball.net.
Eine schöne Deutsche Übersetzung kann man dagegen hier finden.
Pingback: Blogpost über Markdown-Editoren für Mac und Windows - Suchkultur
Schöner Artikel. Ich nutze ebenfalls Markdown und kann dem Geschriebenen nur zustimmen.
Weißt Du, ob einen ein so tolle Plugin wie das hier (http://www.labnol.org/software/wysiwyg-wiki-editor/18062/) für Word zu Markdown gibt?
Gruß
Hallo Alex!
Freut mich, dass dir der Artikel gefallen hat!
Das Plugin, das du verlinkt hast, ist spannend. In dieser Richtung hatte ich mich bisher gar nicht informiert, deshalb kenne ich ad hoc leider kein Plugin für eine doc2md Konvertierung. Lass mich wissen, wenn du etwas findest, denn das ist sicher auch für viele andere Markdown-User interessant.
Trotzdem ein kleiner Tipp:
Vielleicht kann pandoc von John MacFarlane dir helfen (http://johnmacfarlane.net/pandoc/). Aber ich befürchte, das geht auch immer nur in eine Richtung.
Allerdings schreibt er auf seiner Seite: “Pandoc includes a Haskell library and a standalone executable. The library includes separate modules for each input and output format, so adding a new input or output format just requires adding a new module.”
Vielleicht lässt sich damit etwas basteln bzw. es gibt sogar eine Funktion um Doc-Dateien in Markdown zu konvertieren.